Besuch von Vendula

Es ist vielleicht nicht ratsam, seinen ersten Blogeintrag unter Zeitdruck zu verfassen, aber da Ratschläge keine Vorschriften sind und ich eine ausgeklügelte Flinkschreibtechnik beherrsche (NICHT), schreibe ich jetzt doch.

Letzten Sonntag war ein Mädchen namens Vendula bei mir zu Gast, ich habe sie am 3. Mai bei der Stipendiatsvergabe für mein Auslandsjahr kennen gelernt und wir haben uns gleich super verstanden. Sie kommt aus Prag, interessiert sich für Film(technik), gute Bücher und hat eine tolle Stimme, singt Jazz. Weil sie gerne ein bisschen unser Badner Ländle erkunden wollte, habe ich sie eingeladen, uns ein paar Tage zu besuchen.

Am Sonntagabend haben wir sie vom Bahnsteig abgeholt und sind anschließend in das Restaurant, in dem ich arbeite, zum Essen gefahren. Erstaunlicherweise haben wir noch bis in die Nacht miteinander geredet, wir haben wirklich viele gemeinsame Interessen und ihre Mischung aus höflicher Zurückhaltung und unerschöpflichem Wissensdrang machen es einem auch schwer, sie nicht sofort ins Herz zu schließen.

Am Montag sind wir morgens ins Schwimmbad und haben mittags eine Kaiserstuhltour mit ihr gemacht, wir waren in Königschaffhausen, wo der Geburtsort meines Vaters und unsere Reben sind, und anschließend noch in Breisach am Münster.

Mein Papa war natürlich in seinem Element und hat scheinbar endlos erklärt und erzählt, Vendula hat das coolerweise total interessiert und die ganze Zeit nachgefragt. Ganz fasziniert war sie von dem Brauch, dass junge Männer am 1. Mai ihrer Liebsten einen Maibaum aufstellen.

Dann haben wir den Nachmittag mit Grillen und Reden auf dem Balkon verbracht und sind abends spontan nach Freiburg gefahren, dort hat uns Kathi mit zu einer sehr schönen, entspannten Gartenparty mitgenommen, wo wir das Abschlussfeuerwerk der Freiburger Mess angeschaut haben. Vendula war von den Leuten total begeistert und die Anderen fanden angenehm,  wie gut sie schon deutsch sprechen kann. Wir haben noch bis spät in die Nacht auf einem Riesentrampolin Assoziationskreis gespielt und sehr viel gelacht.

Den Dienstag haben wir sehr spät mit Frühstück, gemeinsam gespieltem Jazz und einer komplett erkälteten Aurelie begonnen und am Mittag noch eine Freiburgtour gemacht. Abends ist sie wieder nach Hause gefahren, aber schon morgen kommt sie nochmal vorbei. Erstaunlich, wie man so schnell eine tiefe Verbindung aufbauen kann. Ihre liebe und kluge Art ist mir jetzt schon ans Herz gewachsen, solche Menschen findet man nicht oft!

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