Erste Tage in der Schule

So, es ist Freitag Mittag, ich komme gerade von der Kantine nach Hause. Das Essen ist um einiges besser, als ich erwartet hatte! Jeden Tag kann man sich im Internet das Essen aussuchen und muss dann in der Kantine einen kleinen Chip an ein Lesegeraet halten, das dafuer sorgt, dass man das richtige Essen bekommt.

Mein erster Schultag begann im Direktorat meines Gastpapas, ich sass ein bisschen unbeholfen in einer Ecke und hab mich krampfhaft an eine Nespresso-Kaffetasse geklammert. Nach einer Unendlichkeit von 15 Minuten, in der Mirek versucht hat, mich durch Uebersetzen meines letzten Zeugnisses abzulenken, war ich auf dem Weg zu meiner neuen Klasse. Meine Knie haben gezittert und ich war unvorstellbar erleichtert, als wir das unbeholfene Begruessen und Vorstellen hinter uns hatten. Nach 2 Stunden Schulordnung, Schluessel- und Magnetkartenuebergabe (man kommt aus Sicherheitsgruenden nur mit Magnetkarte in unsere Schule, aber meine Klassenkameraden haben mir zu verstehen gegeben, dass es im Wesentlichen ueberhaupt nichts bringt. Meistens stehen 5 oder 6 Schueler vor der Eingangstuer und warten auf jemanden, der seine Karte zufaellig dabei hat. Ausserdem funktioniert sie sogar, wenn sie zerbrochen ist oder man nur eine Haelfte besitzt. :D) wurde ich meiner neuen Geigenlehrerin vorgestellt (sie ist 25 und sieht gut aus, recht viel mehr weiss ich noch nicht ueber sie), danach bin ich mit dem Bus nach Hause gefahren.

Gestern hatte ich eine Stunde laenger Unterricht, danach sind einige Leute aus meiner Klasse mit mir in einen tschechischen Pub gegangen. Ich fand es sehr toll, dass sich auch Leute zusammengesetzt haben, die sonst in ziemlich anderen Welten leben und sonst nie an einem Tisch sitzen.

Ich verstehe mich gut mit Hana, sie ist blond, sehr huebsch und geht gern feiern, hoert demnach gerne Pop und Kommerzielles. Sie ist unsere neue Klassensprecherin, weil alle anderen zu faul waren, den Posten zu uebernehmen. (Ich habe echt noch nie so eine unkomplizierte Klassensprecherwahl miterlebt und musste ein bisschen schmunzeln). Sie geht auch in meinen Musikkurs und war die Erste, die sich mir vorgestellt hat.

Mein Sitznachbar heisst Erik, er spricht sehr gut Englisch, uebersetzt mir aber grundsaetzlich ziemlich eigenwillig. Beispiel: "Now shes talking about the rules in school, but basically she just wants us to shut up." "She says that we will...ah, thats not interesting at all, i don´t translate it. What about..." Er hoert gerne Metal und ist ziemlich klug.

Maja und Clara sitzen hinter mir und ich hab sie sehr gerne. Sie gehoeren auch eher zur Rock,Punk,Metalfraktion, ist hier alles das Selbe. Und dann ist da noch Cuba. Er heisst Grill mit Nachnamen, ist Buddhist und Anarchistund hat einen beachtlichen Kopf voller Dreadlocks. Ich denke, ich werde hier eine gute Zeit haben :)

Einige Dinge, die mir bis jetzt aufgefallen sind:

Tschechen verputzen ihre Haeuser (wenn sie es ueberhaupt tun) grau und in fast jedem Garten hoert man einen Hund bellen.

Tschechen sind huebsche Menschen.

Das Gelaende ist meistens mit einem Stahlzaun abgegrenzt, der bunt angemalt und, wie mir versichert wurde, meistens selbst zusammengeschweisst ist.

In Strassen, die sich nicht im Zentrum befinden, sucht man erfolglos nach dem Fussgaengerweg.

Vor dem Unterricht steht man zur Begruessung auf. Immer.

Handys, MP3-Player, Essen und Trinken sind auch waehrend dem Unterricht in Gebrauch, warum auch immer scheint das die Lehrer nicht im geringsten zu interessieren.

Vor warmem Essen gibt es immer Suppe.

Alle Klospuelungen, die ich bis jetzt gesehen habe, funktionierten mit dem Hochziehen einer komischen Stange. Klopapier haengt intelligenterweise vor der Toilette.

Salatdressing besteht meistens nur aus viel Wasser, Zucker und Salz.

 

Ahoj

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Jean "Karol" w Wołowicem (Samstag, 04 September 2010 19:26)

    Witam Aurelie, jak leci? es klingt, als ob du spass haettest, das ist toll! viel glueck noch, ich bete fuer dich, lern fleissig tschechisch!

    na razie