Äquatorialguinea oder wie ich es endlich geschafft habe, einen Friseur aufzusuchen

Und wieder neigt sich ein Tag dem Ende zu, irgendwie sinnvoll zugebracht ohne auch nur im Geringsten etwas dazu beigetragen zu haben (naja, ein bisschen schon, aber ich hab mich zumindest faul gefühlt). Heute war mein erster Ferientag, sofern man 3 Tage schulfrei Ferien nennen kann. Nachdem ich mein Schlafdefizit aufgeholt habe und meiner Gastoma geholfen hab, das Geschirr zu versorgen (Bei den paar Gläsern und Tellern und Suppentellern und Kuchentellern und Schälchen für den Pfirsichkompott lohnt es sich doch überhaupt nicht, die Spülmaschine zu benutzen..zumal wir nur sechs Leute sind), kam Eliškas Freundin Luzka zum spielen. Die zwei sind echt ein lustiges Pärchen...Eli ist pummelig, Luzka gertenschlank, dafür ist sie geistig nicht so auf der Höhe..(ich hab meine Grosse-Schwester-Pflicht erfüllt und sass mit den Beiden Europaquiz spielend auf unserem Augenkrebs-Teppichboden, als Luzka doch tatsächlich das Istanbul-Kärtchen nach Norwegen gelegt hat.) Danach kam ich auf die Idee, alle Länder der Erde mit Hauptstadt auswendig zu lernen, ich bin grade bei Mikronesien...

Mit einem Teller aufgebackener Minischokocroissants hat mir meine Gastmama strahlend mitgeteilt, dass sie einen Friseurtermin für mich organisiert hat. In 10 Minuten.

Ich hab den Überfall schweigend hingenommen, weil sie mir damit echt eine Freude gemacht hat. Nun dürft ihr euch tschechische Friseursalons aber nicht vorstellen wie deutsche (was ich leider getan habe), abgesehen von denen in der Stadt natürlich. Die bei uns allerdings befinden sich meistens in  'panelky', Hochhäusern. Im ersten Stock gings dann nach einer Weile rechts ab in eine drei-Zimmer-Wohnung mit Hochglanzfrisurbeispielen aus dem Friseurjahreskatalog 1989 tapeziert. Durch den Eingangsbereich kommt man entweder in das Frisierzimmer oder ins Nagelstudio (tschechische Frauen liiiiiieben Maniküre), ich wurde in ersteres geschleift, auf einen  schwarzen Ledersessel gedrückt und über mein Liebesleben ausgefragt. Die Friseurin (Mitte 40, lila-graue Haare, Jogginganzug und zu lange Fingernägel) war sehr nett und hat fürchterlich nach Rauch gestunken, mein Tschechisch gelobt, mir die Spitzen geschnitten und die Haare ausgedünnt und zum Schluss konnte ich nicht mal richtig sehen (aber spüren), dass ich beim Friseur war, genauso, wie ichs gerne mag.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Christel (Mittwoch, 10 November 2010 22:08)

    Du hast es zufriedenstellend überlebt ...... *freu* ..... stell Dir vor, Du müsstest, so wie ich, alle 5 Wochen hin *grins*
    viele liebe Grüße von hier
    Christel