Advent

Ok, hier kommt ein Nachtrag, ich habe nur den Entwurf gespeichert, euch das Geschriebene aber vorenthalten, weil ich schlichtweg keine Zeit hatte die letzten zwei Wochen und wenn ich Zeit hatte zu faul war. Mais bon, hier ist es: das super Wie-feiert-man-Weihnachten-in-Tschechien-Special!

 

Also, zunächst muss mal gesagt werden, dass die Tschechen gar nicht so traditionell sind, wie wir uns das vorstellen. Wie ich so Jeans Blog lese, glaube ich, dass wir Deutschen Tschechen und Polen als Osten abstempeln und deshalb in einen Topf werfen. Polen und Tschechien sind aber sowas von überhaupt nicht das Selbe. Meine Eltern hier gehen Sonntags in die Kirche und damit sind wir die absolute Ausnahmefamilie hier. Wenn ich in der Schule jemandem erzähle, dass ich an Gott glaube, hält er mich entweder für seltsam oder beginnt eine Diskussion darüber, dass die Bibel ja sowieso an allen Kriegen dieser Erde schuld sei oder er versucht mich zum Atheismus zu 'bekehren'. Patriotisch sind wir auch nicht wirklich, die Menschen sind nicht sehr stolz auf ihr Land und im Durchschnitt doch eher verhalten und bescheiden. Wer Vergleiche ziehen möchte, kann sich den Polenblog mal anschauen, et voilá, le Link:

www.polenjahr.blogspot.com

 

Ihr habt sicher schon bemerkt, dass ich manchmal mehr oder weniger unabsichtlich französische Floskeln in meine Texte schmeisse, das liegt daran, dass mien Französisch hier am Nullpunkt angelangt ist und ich jetzt viel dafür tue, es wieder ein bisschen aufzuwärmen. Wenn ich Zeit habe, schaue ich auf YouTube französische Cartoons an oder diese Streetstylevideos, in denen viele Redewendungen vorkommen:

http://www.youtube.com/watch?v=bQMRjnkZJlI

 

Gut, ich bin vom Thema abgekommen. Adventszeit in Tschechien. Ist ziemlich hektisch, weil hier ziemlich viele Feste, Aktionen, Konzerte und Weihnachtsessen stattfinden und eine Einladung die andere jagt. Auf jeden Fall kann man sich sicher sein, dass alles, an dem man unter dem Jahr teilnimmt, eine Weihnachtsfeier macht. Plätzchenessen und Kaffetrinken in der Kirche, Weihnachtszumba (Zumba= Tanzen+Aerobic für die, dies vergessen haben) zu dem alle weihnachtlich verkleidet 'antanzen' müssen (haha, wortwitz), Weihnachtsfeier mit der Klasse im Sportzentrum, mit der Musikleherin in der Musikschule, und und und... Und obwohl jeder so vielbeschäftigt ist, bleibt noch genug Zeit um haufenweise cukroví (Plätzchen) zu backen..pečené und nepečené (gebacken und nicht gebacken. Ich denke, der Deutsche würde zu nicht gebackenem Plätchen eher Praline sagen. Sie sehen nämlich aus wie Pralinen und schmecken auch so :)

Und natürlich um ganz viel Essen und Geschenke zu kaufen! Die weihnachtlich geschmückten riesigen Einkaufszentren sind zum Zerbersten voll mit Menschenmassen, die den letzten Schnäppchen hinterherjagen; an der Supermarktkasse muss man eine halbe Stunde anstehen einrechnen, weil es alle masslos übertreiben mit Essen, dass sie überhaupt nicht brauchen, aber was man hat, das hat man halt. Krank.

ach ja, nicht zu vergessen die Karpfenverkäufer überall! Das traditionelle tschechische Weihnachnachtsgericht ist Grüne Linsensuppe und Karpfen mit Kartoffelsalat. Und das wird dann komischerweise doch wieder sehr ernst genommen. Mit den Karpfen wird glaube ich ein Riesengeschäft gemacht, diese Typen mit ihren riesigen wasserfässern und den blutverspritzten weissen Plastikschürzen stehen echt überall. In manchen Familien (wie zum beispiel bei Meghan oder Ninew) schwimmt der Karpfen tatsächlich noch bis zum 24. Dezember in der Badewanne und wird dann vom Vater totgeschlagen und filetiert.

am Sonntag sitzt die Familie zudammen, schaut tschechische Märchen oder das Adventskonzert und zündet die nächste Kerze am Adventskranz an. Wir zumindest, meine Schulfreunde nicht.

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