slavit bez konec! :)

Die letzten 7 Tage haben die drei wahrscheinlich wichtigsten Feiern dieses Austauschjahres stattgefunden, und zwar meine Geburtstagsfeier, der abschlussball vom Tanzkurs und  der AFS-Ball.

 

Am Donnerstagnachmittag (17.3.)  kamen Mama und Papa für eine Woche zu Besuch. Auf dem Weg nach Ostrava, wo sie auf dem IKEA-Parkplatz schon auf uns warteten, konnte ich kaum still auf der Rückbank sitzen und hab aus Versehen fast mein Handy zerbrochen. Aus dem Autofenster konnte ich schon Mama und Zuzana (meine Tschechischlehrerin aus Freiburg, die auch mitgefahren ist) vor dem Haupteingang miteinander reden sehen, da bin ich aus dem noch halb fahrenden Auto gehopst und einfach losgerannt. Das Gefühl, einen Menschen, den man liebt, nach so langer Zeit endlich wieder im Arm zu halten ist ein unbeschreibliches Gefühl. Echt.

Meine Eltern und meine Gasteltern haben sich erstaunlich gut verstanden, was einerseits an Mireks und Katkas fleissigem Deutschlernen und andererseits an Mamas und Papas Unkompliziertheit lag.  Wir sind jeden Abend zusammmengesessen, mal hat Katka, mal Mama gekocht, Papa hat für Gesprächsstoff und Wein gesorgt. Nach einem Ausflug und Ballkleidkauf in Polen am Freitag haben alle mitgeholfen, die Party am Samstag zu organisieren.

Nach dem Mittagessen mussten schon die ersten Gäste vom Bahnhof abgeholt werden, Jean kam extra aus Polen und ich hab mich riesig gefreut, ihn zu sehen, weil es wirklich Zeit wurde, sich endlich zu treffen. Vendula, Gabi und Sven kamen auch mit dem Zug, danach gings zu sechst zurück nach Orlová. Meine Familien haben sich rührend ums Essen und Dekorieren gekümmert, ich hab Gäste begrüsst, Geschenke ausgepackt (ganz viele Bücher, eine Armbanduhr und eine Tasche, Schokolade, eine CD mit tschechischen Zungenbrechern und eine mit guter Musik, ein Plüscheisbär, eine Tonpfeife, Ohrringe, Bilder(rahmen) und ganz viel Kuchen!) und war hauptsächlich damit beschäftigt, dauerzugrinsen und allen zu sagen, wie sehr ich mich freue, dass sich  endlich alle kennenlernen. Es war ein wunderschöner Abend mit viel Musik, Tanzversuchen und lang ersehnten Gesprächen. Ich hätte mir keinen schöneren Geburtstag wünschen können.

 

Der Abschlussball vom Tanzkurs war ein mehr oder weniger gelungener Freitagabend, um halb acht sind wir im Kulturhaus angekommen, Katka mir die Haare zurechtzupfend, Mirek mit Äpfeln und meinen Tanzschuhen in einer legeren Supermarktplastiktüte in der Hand. Alles war hübsch geschmückt, sowohl der Saal als auch die Mädchen. Einige waren echt ¨wunderschön, andere haben mich mit ihrem Kleidumfang, Geruch und Gesichtsbemalung eher an Konditorei erinnert. Ich hab entgegen aller Konformitäten ein kurzes Kleid getragen, was sich im Nachhinein aber doch als die bessere Entscheidung herausstellte, weil ich damit einen Tanzunfall mehr verhindert habe (in diesen langen Kleidern Jive zu tanzen ist der Tod). Am Anfang wurde eine Polonaise getanzt, die stark an Wiener Opernball erinnert hat, alle Gäste waren um die Tanzfläche herum drappiert: Aufgeregte Mütter mit knipsenden Fotoapparaten, gelangweilte Ehemänner auf dem weg zum Buffet, ältere Damen mit Tränen in den Augen, Snobs, Lehrer und Freunde. Honzas und meine Familie sassen getrennt, deshalb musste ich die ganze Zeit hin und her rennen, um mit allen reden zu können.  Seine Mama ist echt lieb, sie bringt dauernd Kuchen und Becherovka mit, damit wir nichts kaufen müssen. Zwischen der Polonaise und den folgenden Tänzen wurden Geschenke getauscht: Honza bekam eine 48er Packung Vollminenbuntstifte, ich eine Silberkette mit Perlen und eine rote Rose. Ha cha cha!

Danach kamen einige andere obligatorische Standardtänze wie Blues, Walzer, Jive, Mambo, Foxtrott und so weiter. Es wurde erbarmungslos alles durchgetanzt, was wir gelernt haben. Zum Schluss des offiziellen Programmes gab es noch einen Vater-Tochtertanz, den ich weder mit meinem Vater (schon wieder daheim) noch mit meinem Gastvater (kann nicht tanzen) tanzen konnte, deshalb ist Lubosch mein Gastonkel eingesprungen. Der hatte zwar auch die Hälfte aller Schritte wieder vergessen, Polka war aber echt lustig.. Man stelle sich eine Grundschulklasse auf dem Jahrmarkt vor, die sich alle in Boxautos setzen und losdüsen, so sieht es aus, wenn 70 Schüler versuchen, mit ihren Eltern Polka zu tanzen. Ein Junge von meiner Schule, Ondrej, war ein halbes Jahr in England und ist stinkreich. Ich rede englisch mit ihm, er kauft mir Wein. :)

Nach zwei kusslos überstandenen Stehblues mit Honza (danke lieber Gott!) hatte ich genug und wir sind wieder nach Hause gefahren.

 

Samstag: AFS-Ball! Noch völlig übermüdet vom letzten morgen hab ich einfach alles, wovon ich dachte, dass ich es gebrauchen könnte in die grosse Sporttasche geschmissen und bin um 12 Uhr in den Zug nach Prag gestiegen. Nachdem ich meine Telefonkarte aufgeladen, Druckstellenpflaster für meine Tanzschuhe und was Essbares aufgetrieben hatte, brachte mich die liebe C-Metro zur Prager Kleinseite, wo ich mindestens eine halbe Stunde nach der Wirtschaft gesucht habe, in der der Ball stattfinden sollte. Es gab ein freudiges Wiedersehen mit Meghan, Anne und Moss, der mich wie wild im Kreis rumgeschleudert hat, sodass wir fast im Klavier gelandet sind. Es ging dann doch noch zwei Stunden bis alle wichtigen Leute eingetrudelt waren, das Mädchenklo vollkommen überfüllt, der Saal still. Alle waren so damit beschäftigt sich zurecht zu machen, später damit zu essen und Fotos zu schiessen, Aus irgendwelchen Gründen war der Bass der Lautsprecher nicht intakt, was den Spassfaktor beim Tanzen um einiges gesenkt hat, aber im grossen und ganzen war es doch ein echt schöner Abend. Wir haben wie die Abiturienten eine blaue Schärpe und (Kinder)sekt bekommen, danach gab es noch eine Talentshow und um 12 bin ich mit dem Bus zu Vendula gefahren.

Am nächsten morgen war es dank Uhrumstellung dann statt 11 schon 12 Uhr und ich musste mich beeilen, um den Zug nach Hause noch zu erwischen.

 

I'm done but happy. :)

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Kommentare: 2
  • #1

    Christel (Mittwoch, 06 April 2011 20:07)

    ...... dieser versprochene Morgen und einige mehr sind inzwischen schon verstrichen :-(

  • #2

    Christel (Dienstag, 26 April 2011 18:39)

    Du bist zur perfekten Tänzerin geworden.....
    Oma meinte neulich: "Die Aurelie hat sich bestimmt ganz arg verändert!" ...... da hab ich sie einfach mal erinnert, dass Du Dich bereits im 18 Lebensjahr befindest!
    Drei ihrer Töchter haben in diesem Jahr die "5" davor, stolze Leistung: Tina willkommen im Club ;-)