Čajka

Ich sollte vielleicht kurz von meiner Abschiedsfeier am Wochenende berichten. Ich hab mich sehr über die liebe Absicht meiner Klasse gefreut, mir eine Überraschungsparty im Teehaus zu schmeissen, im Endeffekt war es dann aber doch nicht viel mehr als ein gelegener Anlass zum Trinken. Meine Abschiedsgeschenke, die grösstenteils flüssig und hochprozentig waren, konnte ich nicht mit nach Hause nehmen und wurden deshalb weiterverschenkt. Der kleine Raum war heiss, eng, stickig und definitiv nicht für eine derartige Menschenmasse vorhergesehen. Zum einen aus logistischen, zum anderen aus Motivationsgründen habe ich es geschafft, mit gerade mal 5 von den ungefähr 30 Leuten ein Gespräch zu führen, während ich mich ernsthaft darüber wunderte, warum es nicht schon längst nach Hähnchenbude roch.

Das Highlight des Abends war definitiv, dass meine Brownies, die ich nach Meghans Rezept für alle gebacken habe, wie schonmal gegessen aussahen und mir die Box deshalb den ganzen Abend Gesellschaft leistete. Fazit: Selbst wenn man der Grund für eine Riesenparty ist, schliesst das nicht aus, sich einsam zu fühlen. Alter, wie pathetisch. 

Meine kleine Schwester kam gestern von ihrem erdkundewettbewerb aus Prag zurück und ist ihren ganzen freien Tag mit ihrer pubertierenden Freundin im Zoo rumgeschimmelt und hat Erdmännchen fotografiert, anstatt sich die Stadt anzuschauen. Aber gut, es können nicht alle so ausserordentlich und bemerkenswert vorbildhaft herumtouristeln, wie Meghan und ich, die völlig übernächtigt und ohne wirklichen Plan durch eine Zehn-Millionen-Stadt gehetzt sind, um ja alle Sehenswürdigkeiten abgeknipst  zu haben. Als Souvenir hat sie uns eineinhalb Kilo Elefantenkacke im Eimer mitgebracht, ich hab gehört in Afrika isolieren sie Häuser damit und machen Feuer.

Sonst gehts mir gut. Morgen noch zwei Wochen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Christel (Sonntag, 19 Juni 2011 09:22)

    Eine Abschiedsfeier, die nicht wirklich eine ist ....... aber sie wird Dir auf jeden Fall, schon alleine aufgrund der Umstände, in Erinnerung bleiben ;-)
    .... schade für die Brownies!

    Zu Deiner kleinen Schwester, bleibt mir nur die Bemerkung: Sei froh, dass nicht alle so vorbildlich herumtouristeln wie unsereins .... denn dann kämen wir gar nicht zum knipsen, weil die Objekte unserer Begierde wegen Übervölkerung nicht mehr für's Objektiv sichtbar wären ;-)

    Ich freu mich auf den 2. Juli ... sei bis dahin virtuell, dafür um so herzlicher gedrückt
    Deine
    Christel