Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause, mein Blog ;)

Mi

22

Jun

2011

Hier noch ein Foto..

...von Terkas Taufe :)

Das sind die Leute vom Jugendkreis, von links nach rechts:

Petr, Dalibor, Honza, Ich (mit unserem neuen AFS-Shirt), Markéta, Terkas kleine Schwester Markéta2, Tereza (die Getaufte), Miriam, Simča, Tereza (Petrs Freundin) und Vítek.

Terka, der Pfarrer und die zwei Paten Jan und Miriam. :)

 

Fotos und alle Rechte daran gehören Markéta Čiklová

1 Kommentare

Fr

17

Jun

2011

Čajka

Ich sollte vielleicht kurz von meiner Abschiedsfeier am Wochenende berichten. Ich hab mich sehr über die liebe Absicht meiner Klasse gefreut, mir eine Überraschungsparty im Teehaus zu schmeissen, im Endeffekt war es dann aber doch nicht viel mehr als ein gelegener Anlass zum Trinken. Meine Abschiedsgeschenke, die grösstenteils flüssig und hochprozentig waren, konnte ich nicht mit nach Hause nehmen und wurden deshalb weiterverschenkt. Der kleine Raum war heiss, eng, stickig und definitiv nicht für eine derartige Menschenmasse vorhergesehen. Zum einen aus logistischen, zum anderen aus Motivationsgründen habe ich es geschafft, mit gerade mal 5 von den ungefähr 30 Leuten ein Gespräch zu führen, während ich mich ernsthaft darüber wunderte, warum es nicht schon längst nach Hähnchenbude roch.

Das Highlight des Abends war definitiv, dass meine Brownies, die ich nach Meghans Rezept für alle gebacken habe, wie schonmal gegessen aussahen und mir die Box deshalb den ganzen Abend Gesellschaft leistete. Fazit: Selbst wenn man der Grund für eine Riesenparty ist, schliesst das nicht aus, sich einsam zu fühlen. Alter, wie pathetisch. 

Meine kleine Schwester kam gestern von ihrem erdkundewettbewerb aus Prag zurück und ist ihren ganzen freien Tag mit ihrer pubertierenden Freundin im Zoo rumgeschimmelt und hat Erdmännchen fotografiert, anstatt sich die Stadt anzuschauen. Aber gut, es können nicht alle so ausserordentlich und bemerkenswert vorbildhaft herumtouristeln, wie Meghan und ich, die völlig übernächtigt und ohne wirklichen Plan durch eine Zehn-Millionen-Stadt gehetzt sind, um ja alle Sehenswürdigkeiten abgeknipst  zu haben. Als Souvenir hat sie uns eineinhalb Kilo Elefantenkacke im Eimer mitgebracht, ich hab gehört in Afrika isolieren sie Häuser damit und machen Feuer.

Sonst gehts mir gut. Morgen noch zwei Wochen!

1 Kommentare

Mi

15

Jun

2011

Countdown

Hallo meine Lieben,

Ein anstrengendes, schönes, trauriges und hilfreiches Wochenende liegt hinter mir, das letzte AFS-Camp ist vorbei.. Von Freitag bis Sonntag haben wir die zukünftigen tschechischen Austauschstudenten kennen gelernt, viel über die schönen und unangenehmen Überraschungen, die zu Hauseauf uns warten geredet, eine Cambridgedebatte geführt (unsere Gruppe hat beide Runden gewonnen, obwohl wir immer die Arschkarte gezogen haben: Beim ersten Mal mussten wir das Statement vertreten, dass tschechisches Essen gesund ist (LÜGE), in der zweiten Runde der Jury und dem Publikum weissmachen, dass die innere Sicherheit des Staates wichtiger ist als ziviles Recht) und haben uns so gut es ging, verabschiedet. Moss und ich sind Sonntag früher abgefahren, er , weil er zur Generalprobe für ein OpenAirFestival musste, bei dem er mit seiner Band spielen durfte, ich, weil Terka um drei am See Taufe hatte und ich das auf keinen Fall verpassen wollte. Somit haben wir den schmerzhaftesten Teil weggelassen, alles ging ziemlich schnell vorbei. Ich hatte durchgehend irgendeinen Stift in der Hand,bis zum Handkrampf  in Fotoalben, Bücher, auf Flaggen und T-Shirts geschrieben, mir Armbänder umbinden und Taschentücher geben lassen. Mit einem schönen AFS-T-Shirt, einem Diplom und einem kleinen Lächeln kam ich zu Hause am See an, um Terka in den Arm zu nehmen, ich dachte nciht, dass der Tag noch so schön werden würde. Sie hatte weisse Leinenhosen und ein weisses Baumwollshirt an, das sehr schön aussah mit ihrer dunklen Haut und den schwarzen Haaren. Es waren ungefähr zwölf Leute da, auch ihre Eltern, die vom Anlass des Zusammenkommens nicht gerade begeistert waren (Ich glaub ihre Mutter mag keinen, der irgendwas mit Kirche zu tun hat, sie hat mich noch nicht ein einziges Mal angelächelt. Sonst ist sie glaub ich ganz ok), alle anderen hatten gute Laune und waren glücklich. Roman, unser Pfarrer hat eine kleine Andacht gehalten, Vitek hat Gitarre, Honza Klarinette gespielt. Die Sonne schien in einzelnen Strahlen durch die Wolkendecke, der Wind legte die Wasseroberfläche in unendlich viele kleine Falten und wehte durch die alten Trauerweiden am Seeufer.  Nach Terkas Gebet und Zusage liefen beide ein Stück in den See, Terka kniete hin und schwupp, war der Kopf im Wasser. Heraus kamen ein strahlendes Lächeln und triefende Kleider. Alle waren nass vom Umarmen und geflasht. Ich bin echt glücklich, das nicht verpasst zu haben.

Jetzt sind es noch weniger als zwanzig Tage, ich merke, dass es Zeit wird, nach Hause zu kommen. Alle wiederzusehen, wieder problemlos Zeitschriften und Speisekarten lesen zu können und endlich wieder einen Alltag haben und nicht überall eine Dauerausnahme zu sein.

0 Kommentare

Mi

01

Jun

2011

Ein überragender Independenttravel, Abschied und ein verregnetes Fest

Hallo, oder lieber Hoi oder Hi!

Es wird höchste Zeit, endlich die unglaublich tolle Reise revuepassieren zu lassen, zu der ich am Mittwoch, den 18. mit Meghan aufgebrochen bin. Eine Woche Niederlande und London, nur wir zwei. Bevor ich chronologisch alle Ausflüge und Sehenswürdigkeiten runtertippe will gesagt sein, dass ich trotz einigen Launentiefs, die bei so einer Reise aber denk ich unvermeidlich sind, zufriedener nicht sein könnte. Die Sonne schien fast jeden Tag, wir hatten sehr viel Spass zusammen, uns wurde nichts geklaut, ich hatte eine Woche Babyhaut und die Familie, bei der wir in den Niederlanden gewohnt haben, haben uns jeden Wunsch von den Lippen abgelesen, uns durchs ganze Land kutschiert und uns leckeres Essen gekauft (gekocht wurde einmal, von mir :D).

Am Montag nach der Schule hab ich mich mit meinen sieben Sachen schon auf nach Brno gemacht, wegen gepäcktechnischen Einschränkungen mussten Meghan und ich unsere Sachen in einen Koffer packen und hoffen, dass der Reissverschluss eine Woche durchhält. Den Dienstagvormittag haben wir in einer Tropfsteinhöhle verbracht und nach einem 11 Kilometer langen (unfreiwilligen) Spaziergang zurück haben wir uns mit Vinny dem Brasilianer in der Innenstadt getroffen.

Meghans Gastfamilie ist  ziemlich gechillt, sehr symathisch, ein bisschen waldorf  und auf jeden Fall sehr liebenswert. Der Papa ist Japaner, die Mutter Tschechin, die  5 Kinder teilweise Halbgeschwister und von quirlig süss bis verschwiegen und introvertiert ist alles dabei. Um Mitternacht haben wir noch Brownies gebacken (jetzt weiss ich endlich, was in den Biestern drin ist, kein Wunder, dass ich mich immer fett fühle, ich hab einfach zu viele backende Amerikanerinnen als Freunde), die neusten Bandsensationen ausgetauscht und sind nochmal das Gepäck durchgegangen. Und dann gings los - um drei Uhr nachts. -.-

 

0 Kommentare

Mi

11

Mai

2011

Hier könnte ihre Werbung stehen!

Guten Morgen Volk, ich glaub mein Plan, jetzt wöchentlich zu schreiben, haut tatsächlich hin. Meine Woche war ziemlich ereignisreich! Letzte Woche war ich mehr oder weniger ständig damit beschäftigt, Muttertagsgeschenke (für zwei Mütter!!) auszudenken und zu besorgen, Geburtstagspost zu versenden und meine Bienenpräsentation auf tschechisch vorzubereiten (und ja Jean, du hast Recht, Honig ist mehr oder weniger Erbrochenes, aus dem Wasser rauskondensiert wurde..). die ganze Lernerei und Schreiberei wurde aber glücklicherweise durch viele kleine Ereignisse unterbrochen. Zum Beispiel das Päckchen, das von zu Hause angekommen ist! :) Ich hab endlich wieder eine Zahnschiene (Die letzte hab ich beim Backen verloren?! :S), fünf Spätzlebretter, die in diversen tschechischen Haushalten schon fleissig im Gebrauch sind, ein Geburtstagsgeschenk für meine kleine Gastschwester und Samenpäckchen, die mal Salat und meine Lieblingsblumen werden. Am Donnerstag hatten wir Jugendkreis und Honza hat eine wundervolle Andacht über das Herz gehalten und danach haben wir ein paar neue Lieder gesungen, die ich fast alle gemocht hab. Freitag Abend wurde es ein bisschen traurig, ich hab den letzten Abend mit Daniel (und Kim, mit ihr treff ich mich aber nochmal) verbracht. Wir wollten eigentlich einen Film schauen, haben dann aber doch noch so viel zu reden gehabt, dass der Fernseher aus blieb. Am Sonntag war ich nochmal bei Kim, um das Tschechien-Russlandspiel bei der Hockey-WM anzuschauen, die ganzen Jungs aus der Kirche (wir sind nur zwei Mädchen) mit Flaggen, Gesichtsbemalung und Tröten ausgerüstet, wurden auf der Couch geparkt und mit Essen versorgt, damit sie zumindest für eine Weile still waren. Es gab Schokobrownies mit Pudding, Vanilleeis, Schlagsahne und Schokostreuseln. :))

Natürlich haben wir gewonnen, wie so ziemlich jedes Spiel im ganzen Wettbewerb. (Leider auch Montag gegen Deutschland :\) die Tschechen sind echt verrückt nach Hockey und ich begreif nciht wieso. Hockey ist so ziemlich der schrecklichste Sport (nach Schulvolleyball), den ich mir überhaupt nur vorstellen kann. Alles unter 100 Kilo und zei Meter wird auf dem Spielfeld zermalmt, Männer werden gegen die Seitenplanken geschubst, umgeworfen und mit Stöcken geschlagen. Beim CZ-Russlandspiel hats einen Spieler so hingehauen, dass er eine riesen Platzwunde am Kopf bekam und sich die Schneidezähne ausgehauen hat. Wenn man sich die Jungs auf der Ersatzbank in der Nahaufnahme anschaut, ist das anscheinend kein Einzelfall. Aber gut, die Leute stehn drauf und die Spieler werden es wohl freiwillig tun.

Gestern bin ich von Alena und Lubosch, nachdem ich ihnen Spargelomelettes und eine selbstgemachte Sauce hollandaise gekocht hab, zu einem Konzertvon Jaroslav Svěcený und seiner Tochter eingeladen worden. Ich glaub das war das erste Mal, dass ich bei einem Violinkonzert geheult hab. episch.

Sonst gehts mir gut, ich versuche braun, schlank und schlau zu werden und denke viel an euch.

 

olé!

PS.: An alle Besitzzer einer Mikrowelle! Schonmal einen Schokokuchen in 5 Minuten gebacken? Es funktioniert wirklich, ich hatte gestern zwei.

0 Kommentare

Di

03

Mai

2011

grillen, chillen, Babys stillen

Ok, das mit dem Baby ist tabloid journalism (hab ich gestern in englisch gelernt, muah), hat sich einfach nur so schön gereimt. Aber juhu, der Rest trifft auf dieses Wochenende durchaus zu. Eva, eine Schulfreundin hat mich am Wochenende zum Grillen eingeladen. Und da ich am Freitag Honzas Absturzparty wegen einer versprochenen Filmsession mit meinen kleinen Schwestern verpasst und gehört habe, dass Eriks grosser Bruder seine legendären Honigmarinade-Spareribs und seine selbstgemachte Barbecuesauce mitbringt, war klar, was ich am Samstagabend nicht verpassen durfte. Alle sassen beisammen, wir hatten göttliches Essen (zum Nachtisch noch gegrillte Bananen) und ein Lagerfeuer. Aus irgend einem dummen Grund haben Martin und ich uns die ganze Zeit provoziert und zum Schluss aus Spass nicht mehr miteinander geredet und uns dauernd Fiesheiten über Dritte zukommen lassen. Am Sonntagmorgen im Kindergottesdienst haben wir stille Post gespielt und Matyšek, der kleine Sohn vom Pfarrer hat mich zum Heulen gebracht vor Lachen. Er hat das, was man ihm ins Ohr geflüstert gespielt aufmerksam angehört, dann aber total ignoriert und weil er noch nicht flüstern kann, was ganz anderes laut weitergesagt und über beide Pausbäckchen gegrinst. Jetzt stellt ihn euch noch mit kleinen Milchzähnen, einem kreisrunden Gesicht und in Strumpfhosen vor. Es war einfach göttlich.

Ich hab mir jetzt vorgenommen, immer in IVP einen Blogeintrag zu schreiben, dann kommt hier regelmässig was rein, das Programmierzeug ist mir zu kompliziert, weil die Powerpointanleitung und die Codes auf tschechisch sind und ich keine Lust hab die ganze Zeit zu übersetzen..

1 Kommentare

Sa

23

Apr

2011

Osterwünsche

 Ich wünsche Dir, dass deine bevorstehenden Tage mit Gottes Gegenwart erfüllt sein werden!

Vergiss nicht die Tatsache, dass Licht stärker ist als Dunkelheit, dass das Gute stärker ist als das Böse, dass die Freude stärker ist als Traurigkeit und dass das Leben stärker ist als der Tod!

Jesus lebt! Und er kann in alle Dunkelheit leuchten : )

 

 Joh. 3,16

 

 

Dir und deiner Familie alles Liebe und ein gesegnetes Osterfest!

 


 

Hab einen neuen Weg gefunden, Alupapierchen von den Schokoeiern zu recyceln :)
Hab einen neuen Weg gefunden, Alupapierchen von den Schokoeiern zu recyceln :)
1 Kommentare

Fr

22

Apr

2011

Meine Sonatine fürs Abschlusskonzert im Juni

0 Kommentare

Mi

20

Apr

2011

Ausflug in die Slowakei

Mirek hat zum 50sten Geburtstag ein Wellnesswochenende in der Slowakei geschenkt bekommen. Babička musste zu Hause bleiben, für sie war die Fahrt im Auto schon zu anstrengend und ausserdem wollte sie die Hühner nicht alleine lassen. Vor einer Woche hat jemand in die Garage eingebrochen und seither ist sie sehr ängstlich, deshalb musste Alena, meine Gasttante Nachts mit ihr in unserem Haus schlafen. Ich hab Donnerstag und Freitag schulfrei bekommen und deshalb erst am Morgen gepackt :) Nach vier stunden Autofahrt sind wir angekommen, haben gleich die bademäntel angezogen und sind in die Thermalanlage.. das Hotel war klassisch und modern eingerichtet, viel bordeaux, weiss und ebenholz. Leider gab es kein Becken, in dem man ernsthaft hätte schwimmen können, alles war mehr dazu angelegt sich hinzusetzen, auszuruhen und nichts zu tun. alles klar. Nach einer Stunde hing mir das Sprudelwasser schon zum Hals raus. Aber ich hab es genossen Zeit mit meiner Gastfamilie zu verbringen und keine Chance zu bekommen, abgelenkt zu werden. 

am nächsten Tag hab ich dann voller Freude doch noch einen einigermassen schwimmtauglichen Pool in der Aussenanlage entdeckt, hatte ihn einen Abend sogar ganz für mich allein. Es gab auch Saunas und Masseurinnen, letztere wollten aber extra bezahlt werden, deshalb hab ich mich dann doch fürs schwitzen entschieden. An den Nachmittagen wurden Schloss Bojnice und Präsident  Masaryks Sommerresidenz besichtigt. Der Teil der Slowakei, den ich auf unserer Reise gesehen habe, ist wahrscheinlich einer der letzten wenigen Flecken, in der man unberührte Natur, liebevoll gepflegte Dörfchen (mit Wäscheleinen, bunten fensterläden und Obstbaumalleen) und zufriedene Menschen sehen kann, ohne sich von der Zivilisation abgeschnitten zu fühlen. Mirek hat aber gesagt, dass sich meine Idylle schnell auflösen würde, wären wir noch hundert Kilometer weiter ins Landesinnere gefahren.

In der Slowakei wohnen viele ethnische Minderheiten, die insgesamt fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Vor allem Roma, denen einerseits der soziale Aufstieg durch Vorurteile und Rassismus, andererseits aber auch oft durch ihren Lebensstil, sich ihren Unterhalt durch staatliche Gelder zu finanzieren und lieber viele Kinder zu haben, grösstenteils verwehrt bleibt. Manche dieser Menschen sind aber wirklich so bitterarm, dass sie in provisorischen Pappkartonhütten wie auf einer Müllhalde leben müssen. Der Erhalt der eigenen Kultur und die Integration in die Gesellschaft in der man lebt, scheint hier ein unlösbares Problem zu sein. Die Pläne des Staates, der Unmengen von geldern für soziale Projekte und Migrantenzentren ausgibt, werden von der bevölkerungn missbilligt und kaum unterstützt, weil schon so viele enttäuschende Erfahrungen gemacht wurden und auch weil es nicht nur die Roma sind, die Unterstützung vom Staat bräuchten. Es ist kompliziert und ich verstehe und ärgere mich über beide Seiten. Naja.

 

Auf dem Rückweg sind wir noch an einem Kurort vorbeigefahren, in dessen Stadtpark man Mireks Lieblingsheilwasser umsonst bekommt, für das man in der Apotheke sonst 25 Kronen zahlen müsste. Ich hab ein paar Fotos gemacht, wir sind ein Stückchen gelaufen und dann gings endlich wieder nach Hause.. :)

1 Kommentare

Mo

28

Mär

2011

slavit bez konec! :)

Die letzten 7 Tage haben die drei wahrscheinlich wichtigsten Feiern dieses Austauschjahres stattgefunden, und zwar meine Geburtstagsfeier, der abschlussball vom Tanzkurs und  der AFS-Ball.

 

Am Donnerstagnachmittag (17.3.)  kamen Mama und Papa für eine Woche zu Besuch. Auf dem Weg nach Ostrava, wo sie auf dem IKEA-Parkplatz schon auf uns warteten, konnte ich kaum still auf der Rückbank sitzen und hab aus Versehen fast mein Handy zerbrochen. Aus dem Autofenster konnte ich schon Mama und Zuzana (meine Tschechischlehrerin aus Freiburg, die auch mitgefahren ist) vor dem Haupteingang miteinander reden sehen, da bin ich aus dem noch halb fahrenden Auto gehopst und einfach losgerannt. Das Gefühl, einen Menschen, den man liebt, nach so langer Zeit endlich wieder im Arm zu halten ist ein unbeschreibliches Gefühl. Echt.

Meine Eltern und meine Gasteltern haben sich erstaunlich gut verstanden, was einerseits an Mireks und Katkas fleissigem Deutschlernen und andererseits an Mamas und Papas Unkompliziertheit lag.  Wir sind jeden Abend zusammmengesessen, mal hat Katka, mal Mama gekocht, Papa hat für Gesprächsstoff und Wein gesorgt. Nach einem Ausflug und Ballkleidkauf in Polen am Freitag haben alle mitgeholfen, die Party am Samstag zu organisieren.

Nach dem Mittagessen mussten schon die ersten Gäste vom Bahnhof abgeholt werden, Jean kam extra aus Polen und ich hab mich riesig gefreut, ihn zu sehen, weil es wirklich Zeit wurde, sich endlich zu treffen. Vendula, Gabi und Sven kamen auch mit dem Zug, danach gings zu sechst zurück nach Orlová. Meine Familien haben sich rührend ums Essen und Dekorieren gekümmert, ich hab Gäste begrüsst, Geschenke ausgepackt (ganz viele Bücher, eine Armbanduhr und eine Tasche, Schokolade, eine CD mit tschechischen Zungenbrechern und eine mit guter Musik, ein Plüscheisbär, eine Tonpfeife, Ohrringe, Bilder(rahmen) und ganz viel Kuchen!) und war hauptsächlich damit beschäftigt, dauerzugrinsen und allen zu sagen, wie sehr ich mich freue, dass sich  endlich alle kennenlernen. Es war ein wunderschöner Abend mit viel Musik, Tanzversuchen und lang ersehnten Gesprächen. Ich hätte mir keinen schöneren Geburtstag wünschen können.

 

Der Abschlussball vom Tanzkurs war ein mehr oder weniger gelungener Freitagabend, um halb acht sind wir im Kulturhaus angekommen, Katka mir die Haare zurechtzupfend, Mirek mit Äpfeln und meinen Tanzschuhen in einer legeren Supermarktplastiktüte in der Hand. Alles war hübsch geschmückt, sowohl der Saal als auch die Mädchen. Einige waren echt ¨wunderschön, andere haben mich mit ihrem Kleidumfang, Geruch und Gesichtsbemalung eher an Konditorei erinnert. Ich hab entgegen aller Konformitäten ein kurzes Kleid getragen, was sich im Nachhinein aber doch als die bessere Entscheidung herausstellte, weil ich damit einen Tanzunfall mehr verhindert habe (in diesen langen Kleidern Jive zu tanzen ist der Tod). Am Anfang wurde eine Polonaise getanzt, die stark an Wiener Opernball erinnert hat, alle Gäste waren um die Tanzfläche herum drappiert: Aufgeregte Mütter mit knipsenden Fotoapparaten, gelangweilte Ehemänner auf dem weg zum Buffet, ältere Damen mit Tränen in den Augen, Snobs, Lehrer und Freunde. Honzas und meine Familie sassen getrennt, deshalb musste ich die ganze Zeit hin und her rennen, um mit allen reden zu können.  Seine Mama ist echt lieb, sie bringt dauernd Kuchen und Becherovka mit, damit wir nichts kaufen müssen. Zwischen der Polonaise und den folgenden Tänzen wurden Geschenke getauscht: Honza bekam eine 48er Packung Vollminenbuntstifte, ich eine Silberkette mit Perlen und eine rote Rose. Ha cha cha!

Danach kamen einige andere obligatorische Standardtänze wie Blues, Walzer, Jive, Mambo, Foxtrott und so weiter. Es wurde erbarmungslos alles durchgetanzt, was wir gelernt haben. Zum Schluss des offiziellen Programmes gab es noch einen Vater-Tochtertanz, den ich weder mit meinem Vater (schon wieder daheim) noch mit meinem Gastvater (kann nicht tanzen) tanzen konnte, deshalb ist Lubosch mein Gastonkel eingesprungen. Der hatte zwar auch die Hälfte aller Schritte wieder vergessen, Polka war aber echt lustig.. Man stelle sich eine Grundschulklasse auf dem Jahrmarkt vor, die sich alle in Boxautos setzen und losdüsen, so sieht es aus, wenn 70 Schüler versuchen, mit ihren Eltern Polka zu tanzen. Ein Junge von meiner Schule, Ondrej, war ein halbes Jahr in England und ist stinkreich. Ich rede englisch mit ihm, er kauft mir Wein. :)

Nach zwei kusslos überstandenen Stehblues mit Honza (danke lieber Gott!) hatte ich genug und wir sind wieder nach Hause gefahren.

 

Samstag: AFS-Ball! Noch völlig übermüdet vom letzten morgen hab ich einfach alles, wovon ich dachte, dass ich es gebrauchen könnte in die grosse Sporttasche geschmissen und bin um 12 Uhr in den Zug nach Prag gestiegen. Nachdem ich meine Telefonkarte aufgeladen, Druckstellenpflaster für meine Tanzschuhe und was Essbares aufgetrieben hatte, brachte mich die liebe C-Metro zur Prager Kleinseite, wo ich mindestens eine halbe Stunde nach der Wirtschaft gesucht habe, in der der Ball stattfinden sollte. Es gab ein freudiges Wiedersehen mit Meghan, Anne und Moss, der mich wie wild im Kreis rumgeschleudert hat, sodass wir fast im Klavier gelandet sind. Es ging dann doch noch zwei Stunden bis alle wichtigen Leute eingetrudelt waren, das Mädchenklo vollkommen überfüllt, der Saal still. Alle waren so damit beschäftigt sich zurecht zu machen, später damit zu essen und Fotos zu schiessen, Aus irgendwelchen Gründen war der Bass der Lautsprecher nicht intakt, was den Spassfaktor beim Tanzen um einiges gesenkt hat, aber im grossen und ganzen war es doch ein echt schöner Abend. Wir haben wie die Abiturienten eine blaue Schärpe und (Kinder)sekt bekommen, danach gab es noch eine Talentshow und um 12 bin ich mit dem Bus zu Vendula gefahren.

Am nächsten morgen war es dank Uhrumstellung dann statt 11 schon 12 Uhr und ich musste mich beeilen, um den Zug nach Hause noch zu erwischen.

 

I'm done but happy. :)

2 Kommentare